Die Berlin Mathematical School

16.3.2010

Die Berliner Mathematik hat im Zuge der Sparmaßnahmen an den Berliner Universitäten viele Stellen verloren, insbesondere an der FU Berlin. Die Antwort der Berliner Mathematiker, angesichts der desolaten Situation, war, sich zusammenzutun und gemeinsame Initiativen zu ergreifen, von den traditionellen, wie Sonderforschungsbereichen, zu neuen, wie dem Mathematik-Cluster Matheon und der Berlin Mathematical School.

Die Berliner Mathematiker haben ein gemeinsames Studienprogramm für Studenten in der Phase I (Master) und Studenten in der Phase II (Promotion). Die Vorlesungen werden an allen drei Berliner Universitäten gehalten. Die Studenten sind an einer der Universitäten immatrikuliert, können ihre Vorlesungen aber überall hören. Forschungszentren sind in diesem Programm ebenfalls integriert (das Zuse-Zentrum, Weierstrass-Institut, usw.).

Berlin ist in der Mathematik sehr stark - jede einzelne Universität für sich ist jedoch nicht so potent. Daher die Notwendigkeit, und ich würde fast sagen Dringlichkeit, des Zusammenschlusses. Mit der BMS hat die Berliner Mathematik Ausstrahlung nach außen gewonnen. Berlin ist wieder "in".

Die BMS bietet den Studierenden und Doktoranden das, was man heute ein strukturiertes Studium bzw. Promotion nennt, mit regelmäßigen Seminaren, Colloquien, Summer Schools, und was ich für noch wichtiger halte, studentischen Veranstaltungen, in denen Studenten Kommilitonen erläutern "was" etwas ist, von Quanten-Gruppen bis hin zu Geodäten und der geheimnisvollen Zeta Funktion. Ich bin immer der Meinung gewesen, dass Studenten in Gruppen mit anderen Studenten mehr lernen als in der Vorlesung selbst. Der Dozent kann nur die Himmelsrichtung anzeigen, den Himmel stürmen, das können die Studenten nur zusammen.

In meinem Wahlprogramm habe ich die Erfahrung der BMS hervorgehoben, weil ich denke, dass wir bei allen anderen universitären Fächern, ebenso wie beim Bachelor, gemeinsame Abschlüsse in Berlin haben sollten. Wenn ein Student zwei Drittel des Studiums an der FU Berlin und ein Drittel an der TU belegt, könnten beide Siegel auf das Zeugnis kommen. Dies wertet das Zeugnis auf und gibt den Studenten bessere Möglichkeiten auf dem Arbeitsmarkt bzw. für weitere Studien an anderen Universitäten.

Deswegen sollten wir aufhören, in der Regionalliga zu spielen. Mit gemeinsamen Abschlüssen der Berliner Universitäten können wir in der Champions League mitmischen.