Der Berliner Abschluß
7.4.2010
Der Standort Berlin ist stark, aber nur wenn wir alle Universitäten im Blick behalten. Jede Universität für sich allein hat längst die kritische Masse verloren, die in der heutigen Zeit für Spitzenlehre und Spitzenforschung notwendig ist.
Daher habe ich in dem Hearing vorgeschlagen, dass wir in Berlin in der Regel gemeinsame Abschlüsse anbieten (zuerst zusammen mit der TU Berlin).
Wenn ein/e Student/in von der FU oder TU den Bachelor oder Master nur an der "Heimat"-Universität abschliesst, dann bekommt er/sie die entsprechende Urkunde mit nur einem Siegel.
Erhält man aber mindestens ein Drittel der Credit-Points aus der zweiten Universität (z.B. die TU Berlin), zieren die Siegel der beiden Universitäten die Urkunde. Man hätte so z.B. ein Bachelor oder Master von FU und TU zusammen. Ich bin der Meinung, dass Arbeitgeber einen solches Zeugnis besser bewerten als ein Zeugnis von einer der beiden Universitäten allein.
Ausserdem: das ganze wäre freiwillig. Die Ein-Uni-Zeugnisse würden immer weiter existieren. Gemeinsame Abschlüsse wären ein Zusatzangebot. Studenten wären mobiler und würden mehr vom Berliner Standort als heute haben. Es sind keine wesentlichen Änderungen der Hochschulgesetze notwendig, nur gemeinsame Kommissionen zwischen den beteiligten Fachbereichen.
Man denke nur an die Möglichkeiten und den "Artenreichtum" der Abschlüsse, die wir in Berlin haben könnten. Es wäre ein Gegenmittel gegen die heutigen unflexiblen Studienbedingungen beim Bachelor und Master, die eigentlich der immer viel gepriesenen Universität humboldtscher Prägung widersprechen.
