Berliner Lehrdeputat
6.4.2010
Ich habe beim Hearing vorgeschlagen, die Berliner Universitäten näher zueinander zu bringen. Ein Teil des Vorschlags ist, das Berliner Lehrdeputat einzuführen. Dies bedeutet, dass ein/e Hochschullehrer/in an der FU Berlin, z.B. einen Kurs oder ein Seminar an der TU oder HU anbieten, und die geleisteten Unterrichtsstunden bei der FU anrechnen lassen kann.
Es gibt nur Vorteile und kaum Nachteile: wenn die Studenten der TU oder HU einen speziellen Kurs hören möchten, der vielleicht nur an der FU angeboten wird, kann man die Lehre exportieren. Man kann auch mit befreundeten Dozenten Lehre tauschen: ich halte Deinen Kurs, Du hältst meinen Kurs. Die Forschungs- und Lehrbeziehungen zwischen den Universitäten könnten wesentlich vertieft werden. Es gäbe auch einen Anreiz die alten Vorlesungen wieder auf den neuesten Stand zu bringen. Nichts ist besser als alte Gewohnheiten abzustreifen und neue Wege zu erproben.
Wichtig ist aber: das ganze wäre freiwillig, keiner sollte Angst haben, demnächst muss man mehr Vorlesungen anbieten, oder solche, die man eigentlich nicht halten möchte. Ich bin aber sicher, dass viele Kollegen von dieser neuen Möglichkeit Gebrauch machen würden.
Und auch: Der Export und Import von Vorlesungen sollte sich ausgleichen, so dass keine Universität benachteiligt wird. Jeder Fachbereich kann die Exportbilanz in jedem Semester neu bestimmen, man braucht nur einen Taschenrechner.
Das Berliner Lehrdeputat erfordert keine Änderung der Hochschulgesetze; es ist eine administrative Maßnahme, die mit wesentlichen Vorteilen für den Wissenschaftsstandort Berlin verbunden ist.
