Rankings

19.3.2010

In den USA und Großbritannien werden seit vielen Jahren Universität-Rankings erstellt. Aus diesen Rankings, vor allem in den USA, kann man das Prestige einer Universität ablesen. Manche Rankings, wie die der Times oder der Universität Jiao Tong in China, werden anhand eher subjektiver Umfragen und Kriterien berechnet. Solche Rankings sind deswegen mit Vorsicht zu geniessen. Außerdem werden häufig Äpfel mit Birnen verglichen, da nationale Bildungssysteme sehr unterschiedlich sind.

Trotzdem ist es interessant festzustellen, dass die meisten Top-Universitäten allesamt Sozial- und Ingenieurwissenschaften anbieten. Die letzten Rankings für die USA z.B. ergeben folgende Rangfolge:

Harvard, Princeton, Yale, Caltech, MIT, Stanford, UPenn, Columbia, Chicago, Duke, Darmouth, Northwestern, Washington University, John Hopkins, Cornell.

Nur Caltech hat den Schwerpunkt allein bei den Ingenieur- und Naturwissenschaften.

Die Liste aus China ist sehr ähnlich, wobei europäische Universitäten wegen der verwendeten Kriterien schlechter platziert sind. Am Besten schneiden die ETH, Oxford, Cambridge, Imperial College und einige französische Universitäten ab. Auch diese europäischen Universitäten verbinden Sozial- mit Natur- und Ingenieurwissenschaften. Die Welt von heute ist interdisziplinär, man kann die Disziplinen nicht mehr so leicht wie früher abgrenzen. Das ist auch der Gedanke hinter der Einrichtung von Forschungsclustern.

FU und TU zusammen bringen das Gewicht auf die Waage, das man für solche internationalen Vergleiche braucht. Die Trennung zwischen technischen und sozialwissenschaftlichen Universitäten wurde im Laufe der Jahre überall auf der Welt aufgehoben. Deutschland bildet eher die Ausnahme als die Regel. Angesichts der in Berlin verloren gegangenen kritischen Masse, erscheint es mir, dass auf Dauer zwei der drei Berliner Universitäten zusammen gelegt werden. Nicht morgen, nicht im nächsten Jahr, nicht weil es mir einfällt, sondern weil es keine andere Wahl geben wird. Wir sollten deswegen in größeren Zeiträumen als nur die nächsten vier Jahre denken und die Weichen für die Zukunft stellen.